Tag einer Weinlese 1960 in le Menard

Die Weinlese fand im Allgemeinen später als heute statt: Ende September Anfang Oktober. Die Winzer bildeten Weinleserteams gemäß dem Zeitplan für die Weinlesedaten, die für jeden Winzer aufgestellt wurden. Man ging an diesen Tagen zu den Nachbarn, und rief auch einige Tagelöhner wie Angestellte der Bauernhöfe und Arbeiter die gerade im Dorf waren.

  • 6:30 Uhr: Treffen beim Eigentümer bei Kaffee und Obstschnaps und Vorbereitung des Materials: das Pferd, die Kübel, der Decksbalken, die Körbe, die Bütte aus Korbweide oder aus verzinktem Blech.
  • 7:30 Uhr: Kohlsuppe mit Speck und einem Stück Käse bei einem Glas Wein.

Im Weinberg wurde jedem eine Reihe zugewiesen und war ausgestattet mit einem Korb, manchmal auch mit einem Messer für die widerspenstigen Trauben. Alles ereignete sich in guter Laune trotz des frischen Taus vom Morgen, der die Beine nass werden ließ, deshalb wurde ein Schürze benutzt.

Je nach der Anzahl der Weinleser gab es ein oder mehrere Büttenträger. Die Kübel befanden sich in am Ende jeder Reihe, und man benutzte ein Werkzeug aus Holz in Form eines Hammers um die Weintrauben hinein zu drücken.

Als die Kübel voll waren, wurden sie auf dem Decksbalken beladen, der von einem Pferd gezogen wurde. Eine Weintraube wurde auf dem Metall des Decksbalkens zerdrückt damit die Kübel besser glitten.
Zwei Männer warteten bei der Weinpresse, um die Kübel darin zu entladen.

  • 10:30 Uhr: Kaffee mit Apfeltaschen
  • 13:00 Uhr: Mahlzeit der Weinleser.

Wenn der Besitzer sein Messer schloss, standen alle Weinleser auf und die nicht Eingeweihten hatten nicht einmal die Zeit, ihren Kaffee fertig zu trinken. Am Nachmittag wurden Gläser mit Wein oder Sirup im Weinberg verteilt. Die Jungen beschmierten manchmal die Mädchen mit dem schwarzen Saft einer Traube vom „Gamay“ dem so genannten „Färber“. Bei hereinbrechender Nacht gingen einige Weinleser wieder nach hause um sich um die Tiere zu kümmern, die anderen speisten noch und der Tag ging mit Gesang zu Ende. Manchmal zapften die Winzer den ersten Saft der Trauben und füllten ihn in ein Faß von 100 Litern, um Most und anschleissend Pinot zu machen. Die Weinlese dauerte 2 bis 3 Tage und die Rückenschmerzen des ersten Tages wurden sehr schnell vergessen…

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